Geschichte

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen der katholischen Kirche und den vom Gedankengut der Aufklärung geprägten gesellschaftlichen Kreisen. So kam es während der Ausstellung des Heiligen Rockes in Trier im Sommer 1844 zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die katholische Auffassung der Heiligen- und Reliquienverehrung starken Anfeindungen ausgesetzt wurde. Um diesem Zeitgeist Widerstand entgegenzusetzen, schlossen sich katholische Studenten in verschiedenen deutschen Universitätsstädten zu Vereinen zusammen. Dies war der Beginn des katholischen Verbindungsstudententums.

Als Gründungsjahr des CV gilt das Jahr 1856. Einer derjenigen Vereine, die insbesondere den katholischen Glauben durch Schrift, Wort und persönliches Beispiel stärken und verbreiten wollten, war der Münchner „Katholische Leseverein für Studierende”, aus dem heraus im Jahre 1851 die Aenania als erste Verbindung des heutigen CV erwuchs. Durch das Cartellverhältnis (gegenseitige Mitgliedschaft) der nichtschlagenden, farbentragenden, katholischen Verbindung Aenania mit der in Breslau als "Verein katholischer Studenten" gegründeten Winfridia (heute: Münster) entstand am 6. Dezember 1856 der heutige CARTELLVERBAND der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Aufbau des Cartellverbandes sehr zügig, obwohl die überkonfessionellen, schlagenden Studentenverbindungen sowie die universitären und staatlichen Behörden die Verbreitung des katholischen Farbstudententums zu verhindern suchten. 1904 erreichte die Auseinandersetzung zwischen den Verbänden ihren vorläufigen Höhepunkt im Akademischen Kulturkampf. Um den Kampf gegen das konfessionelle Verbindungswesen zu koordinieren, wurde im Jahre 1905 der Verband Deutscher Hochschulen (VDH) gegründet.

Im Jahre 1908 endete der Akademische Kulturkampf und der VDH löste sich auf. Vor allem der CV hatte durch seine innere Geschlossenheit bewirkt, daß die Angriffe nicht zur Auflösung des katholischen Verbindungswesen führten. 1923 wurde im Erlanger Verbändeabkommen die Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der schlagenden und nichtschlagenden Korporierten anerkannt und die gegenseitige Respektierung vereinbart.

1932, auf seiner 61. Cartellversammlung in München, bezog der CV scharf gegen den Nationalsozialismus Stellung. In den folgenden Jahren nahmen die staatlichen Repressalien gegenüber dem CV zu. Die Leitung der Verbindungen mußte entsprechend dem NS-Führerprinzip umstrukturiert und das Katholizitätsprinzip aufgegeben werden. Die österreichischen Verbindungen trennten sich vom Gesamtverband und bilden seit dieser Zeit den Österreichischen Cartellverband (ÖCV). Als die staatlichen Eingriffe immer massiver wurden und die Gleichschaltung mit dem NS-Studentenbund drohte, blieb dem CV 1935 nur die Selbstauflösung. Die einzelnen Verbindungen lösten sich daraufhin bis 1937 auf; ihre Verbindungshäuser wurden beschlagnahmt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau des CV in den westdeutschen Hochschulstädten. 1950 wurde er auf der 64. Cartellversammlung in Mainz durch den Zusammenschluß der in den einzelnen Zonen existierenden Verbände offiziell wiederbegründet.

Die nächsten Jahre mußten primär dem Aufbau der Verbindungen gewidmet werden. Die nachfolgende Studentengeneration befaßte sich mit den Grundsätzen des CV. Insbesondere die konfessionelle Ausrichtung des Verbandes war umstritten. Einen vorläufigen Abschluß fand diese Diskussion in der Neuformulierung der Prinzipien im Jahre 1972, die jedoch keine Änderung in ihrem Kerninhalt bedeutete, und der Ausarbeitung der gesellschaftspolitischen Grundsätze für die '90er Jahre in der Charta 90.

Heute präsentiert sich der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen mit ca. 30.000 Mitgliedern, zusammengesetzt aus über 120 Verbindungen in Deutschland, Italien, der Schweiz, Polen, Japan und Kamerun, als bei weitem stärkster Studentenverband Europas.

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