Positionen

Ausschreitungen zum Jahrestag der PEGIDA-Bewegung – ein Kommentar

Liebe Cartellbrüder,

seit der Gründung unseres Dachverbandes im Jahre 1856 konnten oder viel mehr mussten wir uns immer gegen politische Extreme positionieren. Nach der Zeit des Kulturkampfes im Kaiserreich folgte der Nationalsozialismus, darauf die Zeit der politischen Unruhen und der politisch motivierten Anschläge der RAF in der Bundesrepublik Deutschland.

Die derzeitige Lage der Flüchtlingspolitik und die damit verbundene Problematik stellen nicht nur die Gesellschaft und jeden einzelnen Bundesbürger vor eine Herausforderung, sondern fordern auch von einem Verband – wie dem unseren – eine klare Positionierung und damit Orientierung für junge Akademiker.

Der Gesamtverband konnte sich erst im vergangen Sommer zur Cartellversammlung in Heidelberg/Mannheim ein neues Positionspapier nach innen und außen geben.

Zu diesem Grundsatzprogramm, unserer Charta'15, stehen wir auch weiterhin und müssen auf dieser Grundlage für uns versuchen, eine Antwort zur derzeitigen Problematik zu finden.

Selbstverständlich sollte für jeden Cartellbruder sein, sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die damit verbundenen Freiheiten des Menschenrechts, des Rechts der freien Religionsausübung, des Schutzes von Verfolgten und letztendlich auch für unser Grundgesetz selbst auszusprechen!

  • Jede Art des politischen Protestes, welcher gegen die Grundwerte unseres Grundgesetzes oder gegen das Grundgesetz selbst gerichtet ist, ist nicht nur abzulehnen, sondern als schädlich für die Gesellschaft zu betrachten und zu missbilligen.

  • Jeder, der durch Unterdrückung oder Gewaltanwendung versucht politische Ziele durchzusetzen, egal ob aus dem links- oder rechtsextremistischen Spektrum, ist zu verurteilen.

Als Cartellverband ist es uns daran gelegen Sprachrohr und Interessensvertretung der einzelnen Mitglieder und der über 125 Mitgliedsverbindungen zu sein.

Die Grundlage dieser Arbeit ist das Katholizitätsprinzip, das bewusste Bekenntnis und das bewusste Leben aus dem Glauben heraus. Aus diesem leitet der Cartellverband auch seine Mitwirkung zur Lösung der Problematik ab und gründete einmündig die Aktion „Christen in Not“.

Diese Aktion soll nicht nur etwas auf Papier Verfasstes, sondern aus dem, dem Verband eigenen, Prinzip  der religio Entspringendes sein und umgesetzt werden. Es geht gezielt darum christlich assyrische Familien aus der Verfolgung zu retten und ihnen ein Leben in geordneten, menschenwürdigen Verhältnissen zu ermöglichen.

  • Jeder der in der aktuellen Situation der Flüchtlingsproblematik versucht populistisch oder gar polemisch Nutzen daraus zu ziehen ist zu ermahnen. Wer sich die christlichen Werte des Abendlandes auf die Fahnen schreibt, sollte auch dafür stehen und diese nicht als Marotte vor sich hertragen und für seine eigenen Ziele missbrauchen.

  • Jeder Cartellbruder ist dazu angehalten nicht nur zu reden sondern auch zu handeln!

  • Einige in unseren Reihen kennen das Schicksal der Flucht, als diese vor Jahren und Jahrzehnten in unserem Land vor dem Nichts standen, konnten der CV und viele Mitgliedsverbindungen eine zweite Heimat für sie werden. Auch einige, die erst vor kurzem geflohen sind, konnten das Band der amicitia bereits erleben und studieren als Bundes- oder Cartellbrüder an unseren Hochschulen.

Die jüngsten Ereignisse zum ersten Jahrestag der PEGIDA-Bewegung in Dresden zeigen in welcher schwierigen Situation Politik und Gesellschaft unseres Landes stecken.

Jeder, der dem Cartellverband angehört, sollte sich darum bemühen diese Situation in der öffentlichen Diskussion nicht anzuheizen, sondern durch sein Engagement zur Lösung dieser Problematik beitragen.

Der Vorort Würzburg wird sich dieses Problems in der kommenden Zeit - bis zum Jahresende -annehmen und versuchen jungen Studenten, welche aus religiösen oder politischen Gründen ihr Heimatland verlassen mussten, an unseren Hochschulen die Möglichkeit zum konfliktfreien Studienbeginn zu eröffnen. Weiter wollen wir uns gemeinsam der Aktion „Christen in Not“ verpflichten und den Cartellbrüdern bei ihrer Arbeit zur Seite stehen.

Jedem aktiv studierenden Mitglied und jedem Mitglied im Altherrenbund, das sich an unserer Arbeit beteiligen will, sei hiermit die herzliche Einladung ausgesprochen!

Neben dem eigenen Engagement, dürfen wir aber nicht die Sorgen und Ängste anderer außer Acht lassen. Niemandem, der diese äußert, dürfen wir mit einer abwehrenden Haltung entgegentreten!
Vielmehr sollten wir uns mit ihnen auf Augenhöhe befinden und versuchen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Wir erwarten von der Politik Ansätze und Herangehensweisen, um die tagtäglich zunehmenden Massen an Flüchtlingen unterzubringen und ihnen neben Obdach und einem Leben ohne Verfolgung auch Bildung zu ermöglichen.

Bildung als wichtigen Bestandteil müssen wir einfordern, da nur auf dieser Grundlage ein Austausch, auch wider Sprachbarrieren, möglich wird und die Ghettoisierung und Radikalisierung im eigenen Land unterbunden werden können.

Wir müssen weiter von der Politik fordern, dass sie sich mit den Ängsten und Sorgen Vieler beschäftigt,  eine Polarisierung von politischen Gedanken und den dadurch entstehenden Unmut innerhalb der Gesellschaft zu verhindern.

Abschließend bleibt zu sagen:

Die gesellschafts-politische Krise der zunehmenden Flüchtlingszahlen ist kein Problem, welches von heute auf morgen gelöst werden kann.

Vielmehr aber können wir als Verband und als einzelne Mitglieder dazu beitragen, dass sich diese Krise nicht zu einer Katastrophe im eigenen Land entwickelt.

Dazu müssen wir zu unseren Überzeugungen stehen, von der Politik fordern, aber in letzter Konsequenz auch selbst engagiert eingreifen und handeln!

Ganz dem CV-Wahlspruch getreu:

"Im Nötigen herrsche Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in Allem aber Nächstenliebe!"

 

– ein Kommentar des stellvertretenden Vorortspräsidenten und Pressereferenten Cbr. Kevin Küpper (ChW)

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