Cartellbrüderlichkeit heißt jetzt: „Abstand halten!“

Liebe Cartellbrüder und Freunde des CV,

die Corona-Pandemie bestimmt in diesen Tagen und Wochen unser aller Leben und wird es auch auf absehbare Zeit tun. Die Sorge um die eigene Gesundheit und die unserer Lieben treibt uns dabei natürlich am meisten um. Dann folgen Fragen nach den Auswirkungen der Krise auf unsere Wirtschaft, den Arbeitsmarkt, die Sozialsysteme und generell das zukünftige Zusammenleben in Deutschland, Europa und der Welt.

Als praktizierende Christen zeichnet uns immer Gottvertrauen und daraus abgeleitet die berechtigte Zuversicht auf ein gutes Ende der Krise aus, auch wenn wir nicht wissen, wann dies sein und wie viele Opfer das Corona-Virus noch fordern wird. Noch wichtiger als froher Botschafter der Zuversicht zu sein, ist es für uns CVer dort anzupacken, wo Not herrscht, denen zu helfen, die aktiv gegen die Krise kämpfen und diejenigen zu schützen, für die das Corona-Virus eine echte Lebensbedrohung ist.

Ich habe in der vergangenen Woche unsere studierenden Cartellbrüder und die jüngeren Mitglieder in unseren Zirkeln zu caritativer Nachbarschaftshilfe aufgerufen und sehe mit Freude, dass der CV aktiv wird. So haben zum Beispiel Cartellbrüder Internetseiten ins Leben gerufen, auf denen sich eintragen kann, wer Hilfe anbietet oder Hilfe sucht. Verbindungen bieten bedürftigen Cartell- und Bundesbrüdern vor Ort Unterstützung beim Einkauf, Arztbesuchen oder Botengängen an. Genauso stelle ich mir gelebte Cartellbrüderlichkeit vor, gelebte generationenübergreifende Amicitia. Nie war dieses Prinzip aktueller als heute.

Wer nicht (mehr) aktiv helfen kann, kann zumindest mit seinem eigenen Verhalten dazu beitragen, dass sich die Krise nicht weiter verschärft. Noch sind wir in einer Phase, wo die Epidemie stark zunimmt. Deshalb rufe ich alle Cartellbruder dazu auf, das von Bund und Ländern am 22. März 2020 beschlossene Kontaktverbot konsequent zu beachten. Für das Verbindungsleben vor Ort hat das Konsequenzen: Veranstaltungen fallen aus, sorgfältig geplante und organisierte Programme für das bevorstehende Sommersemester werden Makulatur, bundes- und cartellbrüderliches Miteinander, wie wir es seit jeher kennen, findet nicht mehr statt. Und dennoch: echte Cartell- und Bundesbrüderlichkeit heißt jetzt Abstand halten, um Menschenleben zu retten. Abstand halten und gleichzeitig Zusammenhalt mit den Möglichkeiten des Telefons und der elektronischen Kommunikation bewahren, muss unsere Antwort auf die Krise sein.

Dr. Claus-Michael Lommer (R-Bl), Vorsitzender im CV-Rat und des AHB-Vorstandes