Collegium Catholicum 2019:

Geht Kirche in Deutschland auch ohne Konkordat?

Das bewegte die Seminarteilnehmer des 7. Collegium Catholicum der KDStV Saarland (Saarbrücken) zu Jena am 16. November 2019 in der Friedrich Schiller Universität. Zum Thema: „Staat und Religion: Laizität / Laïcité - ein Weg zum besseren Miteinander der Weltanschauungen?“ berichteten führende Staats- und Kirchenrechtler, darunter auch ein Rechtsprofessor aus Straßburg, immerhin aus dem Mutterland der „Laïcité“.

Auf die einleitende Frage: „ Wie kann die öffentliche Ordnung noch auf christlicher Basis gestaltet werden, wenn die Indifferenten und Konfessionslosen zur Mehrheit im Staat werden?“  (Dipl.-Kfm. Hans-Günter Pfeifer (Sld))  antwortete Prof. Dr. Ansgar Hense (R-P, Bonn) mit einer Darlegung der Realisierungen  im Verhältnis von Staat und Religion, von der illiberalen Theokratie (z.B. Iran) bis zum kirchenfeindlichen Laizismus (z.B. China), wobei die Zukunft sicher neue und dynamische Ordnungsmodelle erfordere. Das Zweite Vatikanischen Konzil eröffnete Möglichkeiten einer „angemessene“ Trennung von Kirche und Staat mit dem Ziel einer respektvollen Kooperation (Prof. Dr. Stefan Haering (Tfs), OSB, LMU München),  die der aktuellen Situation in Frankreich sehr nahe kommen kann. Inwieweit diese der Herausforderung durch den Islam gewachsen ist, muss die Zukunft noch zeigen (Doz. Dr. Arnaud Duranthon von der juristischen Fakultät der Uni Straßburg).

Durchaus als Potential mit Zukunft beschrieb der  Kirchenrechtler  von der Uni Trier Prof. Dr. Christoph Ohly (UV) eine „Gesunde Laizität“ (nach Papst Pius XII.). In Respekt für die unterschiedlichen Welten verbleibt für die Religion das Monopol, mit der Wahrheit des Glaubens das metaphysische Defizit von Staat und Gesellschaft zu überbrücken. Das geht auch als kreative Minderheit. Die stärkere Trennung von Staat und Kirche ist nicht das Ende.