CV fordert lautere Stimme der Kirche bei Digitalisierung

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) hat sich auf seiner 36. Medientagung in Kloster Banz für ein verstärktes Engagement der katholischen Bischöfe in den bestehenden Gremien zum Thema Digitalisierung in Deutschland ausgesprochen.

Die Kirche, so der Akademikerverband, müsse sich an diesem gesellschaftlichen Dialog mehr als bisher beteiligen und ihre Sichtweise, basierend auf dem christlichen Bild des Menschen und seiner individuellen Würde in die Diskussion einbringen. Es fehle bislang an einer klaren Stellungnahme und Grenzziehung zwischen den positiven und zu fördernden Auswirkungen der Digitalisierung einerseits und andererseits den negativen Folgen, die es zu bekämpfen bzw. auszugleichen gelte. Hier müsse die Kirche sich einbringen. Für den CV bietet die Digitalisierung sowohl großartige Chancen, zum Beispiel im medizinischen Bereich, als auch Risiken, etwa die Vertiefung der Kluft zwischen digitalen Experten und digital ausgeschlossenen und abgehängten Menschen. Dr. Heiner Emrich (Nv), Vorsitzender im CV-Rat, appelliert auch an die eigene Organisation: Als mitgliederstärkster katholischer Akademikerverband Europas müsse sich der CV in die Debatte um Digitalisierung und Digitalität einbringen und sich in Expertengesprächen, Symposien und Referaten selbst weiterbilden und als Meinungsbildner auftreten. Emrich: "Ich wünsche mir, dass wir an unseren Umgangsformen in der digitalen Welt als Christen erkennbar werden."
Das Thema der diesjährigen und insgesamt 36. Medientagung des CV im Bildungszentrum Kloster Banz der Hanns-Seidel-Stiftung lautete "Die digitale Revolution - Fluch oder Segen?". Rund 75 Teilnehmer und Gäste des Cartellverbandes aus verschiedenen Medienberufen diskutierten mit namhaften Referenten aus Industrie, Forschung, Journalismus und Kirche über Chancen, Gefahren und Herausforderungen der Digitalisierung.