CV sieht freie Diskussionskultur in Gefahr

BAD HONNEF, 28.10.2021 (CV) - Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) sieht die Diskussionskultur an den deutschen Hochschulen in Gefahr.

Im Anschluss an seine jährliche Medientagung vom 22.-24. Oktober 2021 im oberfränkischen Kloster Banz warnte der Akademikerverband vor der Einschränkung von vorurteilsfreier Forschung und Lehre zugunsten der politischen Agenda einer laut- und druchsetzungsstarken Minderheit von Forschenden, Lehrenden und Studierenden. Die Tagung des CV trug den Titel "Zur Diskssionskultur in Deutschland - zwischen political Correctness und Fake News".

Wo bestimmte Fragen nicht mehr gestellt werden dürften, so der CV, werde die Heterogenität der Forschung eingeschränkt und zögen sich Wissenschaftler aus Angst vor Ausgrenzung zurück. Damit nehme auch die politische Bandbreite in wissenschaftlichen Publikationen ab und es werde der Gesellschaft Wissen entzogen, die diese für die Bewältigung der Zukunft brauche.
Zunehmende Konformität führe in der Regel auch zu zunehmender Radikalität.

Claus-Michael Lommer (R-Bl), Vorsitzender des CV-Altherrenbundes und im CV-Rat, und Vorortspräsident David Dekorsi (Nv):
„Wer mit einer politischen Agenda forscht, klammert bewusst oder unbewusst aus, was dieser Agenda zuwiderläuft, auch wenn das Ziel, etwa in der Klima- oder Rassismusforschung  auf den ersten Blick gut und nachvollziehbar klingt.“

Der CV sieht auch die Gefahr, dass Wissenschaftler mit politischer Mission nicht nur in Forschung und Lehre sondern auch in der Gremienarbeit der Universitäten unterwegs sind und damit Einfluss nehmen auf die zukünftige Personalpolitik an den Hochschulen.

Der Cartellverband sieht Anzeichen dafür, dass dieses Agendadenken aus den Universitäten in die Gesellschaft getragen wird. So hätten bereits mehrere Kommunen und einige große und einflussreiche Medienhäuser die Verhinderung der Klimakatastrophe offiziell zum Hauptanliegen ihrer Kommunalpolitik bzw. ihrer journalistischen Berichterstattung gemacht.
Wo aber auf politische Ziele hin kommuniziert, publiziert und im Falle der Hochschulen gelehrt und geforscht werde, könne weder freier Journalismus noch unabhängige Kommunalpolitik oder freie und ergebnisoffene Forschung gedeihen.