CV sieht Gott im Alltag der Menschen verschwinden

Akademikerverband beurteilt gesellschaftspolitische Agenda einer möglichen Ampelkoalition kritisch

Der Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV) warnt vor einem zunehmenden Verschwinden des Glaubens sowie der christlichen Positionen und Werte im Alltag der Menschen. Im Rahmen zweier Festakte in Aachen und Erlangen bedauerte der Vorsitzende im CV-Rat Dr. Claus-Michael Lommer (R-Bl) die Entwicklung der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland hin zu der Vertretung einer gesellschaftlichen Minderheit in Deutschland. Stellvertretend für diese Entwicklung nannten Lommer und der amtierende Vorortspräsident des CV-Studentenbundes David Dekorsi (Nv) die Tatsache, dass im neuen Deutschen Bundestag der Anteil der bekennenden Christen erstmals unter 50 Prozent gesunken sei. Nur noch 170 der insgesamt 730 Bundestagsabgeordneten hätten am ökumenischen Eröffnungsgottesdienst vor der Konstituierung des Bundestags teilgenommen.

Auch angesichts der Tatsache, dass weder der potentielle neue Bundeskanzler Olaf Scholz noch Robert Habeck von den Grünen und Christian Lindner von der FDP Mitglied in einer christlichen Kirche seien, erwartet der Cartellverband von der gesellschaftspolitischen Agenda einer wahrscheinlichen Ampel-Koalition keinen großen Wurf. Gerade auf dem Gebiet des Lebensschutzes, etwa was das Werbeverbot für Abtreibungen oder die Legalisierung der Beihilfe zum Suizid angehe, befürchtet der größte katholische Akademikerverband Deutschlands Entscheidungen, die weder im Sinne des Schutzes des ungeborenen Lebens noch der Würde eines Menschen am Ende seines irdischen Lebens sei. Lommer: „Politische Kompromisslösungen, wie sie in der Vergangenheit zu diesen Themen gefunden wurden, haben Kulturkämpfe, wie sie etwa in den USA oder in Polen, aber auch in Frankreich an der Tagesordnung sind, vermieden. Auch wenn nun parlamentarische (und außerparlamentarische) Mehrheiten für Gesetzesänderungen vorhanden zu sein scheinen, warne ich im Interesse eines gesamtgesellschaftlichen Konsenses davor.“