CV-Vorort: Sorgen um Studieren in der Energiekrise

Simon Postert (H-RG)

Waren die Einschränkungen der Präsenzvorlesungen in der Hochzeit der Pandemie noch nachvollziehbar, würde sich eine heutige Erneuerung der Beschränkungen fatal auf die Moral und Leistungsfähigkeit einer großen Zahl von Studenten auswirken.

„Nach mehr als zwei Jahren des Ausnahmezustands, in denen manch ein Student nicht einen einzigen Hörsaal von innen gesehen hat, kann die Diskussion über die Wiedereinführung vollumfänglicher digitaler Lehrformate nur als schlechter Scherz verstanden werden“, betont der Vororts-Präsident des CV-Studentenbundes, Simon Postert (H-RG).

Die Präsenzlehre an deutschen Universitäten sei für den reibungslosen Ablauf des Studiums für viele Studenten unabdingbar. Die vergangenen zwei Jahre hätten deutlich gemacht, dass viele angehende Akademiker durch die digitalen Angebote der Hochschulen stark in ihrem Studienverlauf beeinträchtigt wurden. „Einschränkungen in Form von digitalen Vorlesungen, Schließungen von Mensen und Cafeterien oder gar verkürzten Öffnungszeiten der Bibliotheken aufgrund von Energiesparmaßnahmen sind daher unter keinen Umständen hinzunehmen“, heißt es in einer Stellungnahme des Vororts-Präsidiums. „Nicht nur der Qualitätsverlust der universitären Ausbildung, sondern auch die soziale Isolation und ihre weitreichenden Folgen für uns und unsere Kommilitonen, sind in diesem prägenden Lebensabschnitt Aspekte, die diese Diskussion hinfällig machen.“ Die Bewältigung dieser Krise dürfe nicht auf dem Rücken der Studenten ausgetragen werden. „In einem wirtschaftlich starken Land wie dem unseren, in der Bildung das höchste Gut sein muss, dürfen erhöhte Energiepreise keine Auswirkungen auf die Ausbildung derer haben, die die Zukunft dieses Landes mitgestalten sollen.“

Tropfen auf den heißen Stein

Studenten gehörten zu einer der Bevölkerungsgruppen, die im Alltagsleben kaum Abstriche machen könnten und schon in politisch stabilen Zeiten meist auf schmalem Fuße leben müssten. Die Studentenschaft sei allerdings auch ein Gesellschaftsteil, der seinen Anteil dazu beitragen wolle, als Gemeinschaft diese Krise zu bestehen. „Nun sehen wir uns mit erhöhten Preisen für alltägliche Erledigungen im Zuge der Inflation konfrontiert, die in Kombination mit den gestiegenen Heizkosten existenzgefährdend sein können“, betonen die Mitglieder des CV-Vororts. Vor diesem Hintergrund sei die teilweise bereits erfolgte Einmalzahlung von 200 Euro an jeden Studenten, im Zuge des dritten Entlastungspaketes der Bundesregierung, nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

„Als gesellschaftliche Gruppe, die die angehenden Akademiker dieses Landes bereitstellt, dürfen wir nicht im Regen stehen gelassen werden, wie es schon zu Zeiten der Pandemie oft der Fall war. Der Cartellverband fordert daher eine zielorientierte und nachhaltige finanzielle Unterstützung für alle Studentinnen und Studenten.“