Der vierte der Heiligen Drei Könige - Georg von Sachsen

Altgewohntes zurücklassen, einen Neuanfang wagen, sich Vorsätze nehmen - dafür steht der Jahresbeginn. Nichts Anderes machten die Heiligen Drei Könige. Sie ließen Familie und Heimat zurück, wagten sich auf die Reise zu einem unbekannten Ziel, nur geführt von einem Stern, und nahmen sich nach der Begegnung mit Christus den Vorsatz, ein neues Leben zu beginnen. Durchaus sinnbildlich reisten sie auf einem anderen Weg nach Hause. Aus den Königen oder Weisen des Morgenlandes, wie sie auch genannt werden, wurden Bischöfe, die den Glauben an den lebendigen Gott verkündeten. Der Kölner Dom ist ein gewaltiges Erinnerungsdenkmal an Kaspar, Melchior und Balthasar.

Für einen radikalen Neuanfang steht auch Kronprinz Georg von Sachsen S.J. (Wf, Gu, Ho, S-T). 1893 geboren, verzichtete er 1919 zu Gunsten seines Bruders auf den Thronanspruch, um Priester werden zu können. Er war zutiefst davon überzeugt, dass eine Epoche angebrochen war, die neue Antworten auf die Fragen der Zeit suchte, im Glauben ebenso wie in der Politik. 1924 erhielt er die Priesterweihe, 1925 trat er den Jesuiten bei. Adeliger, Priester, Jesuit – „beste Voraussetzungen“ für Konflikte mit den Nationalsozialisten. Georg von Sachsen lebte in Berlin, pflegte dort enge Kontakte zum Widerstand, half Juden und Oppositionellen bei der Flucht, feierte mit polnischen Zwangsarbeitern die Messe in ihrer Muttersprache. Das alles führte zu regelmäßigen Verhören und Hausdurchsuchungen durch die Gestapo. 1943 ertrank er unter mysteriösen Umständen beim Schwimmen, die Ärzte stellten Herzversagen fest.

Einen Neuanfang wagen, sich nicht durch äußere Umstände entmutigen lassen, den Blick nach vorne richten, darin können uns im neuen Jahr die Heiligen Drei Könige ebenso ein Vorbild sein wie Georg von Sachsen. Das Konzept seiner letzten, nicht mehr gehaltenen Predigt vom 14. Mai 1943 endet mit den Worten: "Vado ad Patrem - Ich gehe zu Gott“…

Gedanken zum Neuen Jahr von unserem CV-Seelsorger Abt em. Winfried Schwab (Fd)