Dreikönigskommers des CV Oberschwaben

"Die Wurzeln Europas sind christlich"

In einer vertieften Integration unter Wahrung der Werte von Solidität, Solidarität und Subsidiarität sieht der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Werner Münch, eine der wichtigsten Aufgaben der europäischen Politik der Zukunft.

Münch sprach auf dem  Aulendorfer Dreikönigskommers des CV Oberschwaben.

Zum 133. Mal wurde dieser Kommers gefeiert, an dem rund 200 Cartellbrüder teilnahmen, und der die erste offizielle Veranstaltung im neuen Jahr ist.

Zahlreiche Corporationen aus Tübingen, Freiburg, Konstanz und Ulm boten ein farbenfrohes Bild des Kommerses, dem die K.D.St.V. Welfia aus Weingarten als präsidierende Verbindung vorstand.

Der ehemalige Ministerpräsident machte in seiner Festrede deutlich, dass Europa nach zwei verheerenden Weltkriegen als „Neukonstruktion“ einer Friedensunion von den Staatsmännern gewollt war. Hier hob er die christliche Grundüberzeugung der „Gründerväter“ Adenauer, Schumann, De Gasperi hervor, die alle aus christlicher Gewissensüberzeugung handelten.

Allerdings sei heute Europa in einer Identitätskrise, die viele Politiker durch ein indifferentes „Mehr Europa“ lösen zu können glaubten. Die Krise Europas beruhe u.a. auf der Missachtung des Rechts, das nicht mehr konsequent angewendet werde und immer öfter politischen Kompromissen weiche.

Münch verwies in diesem Zusammenhang auf eine mangelnde Diskussion in Politik und Gesellschaft zum Migrationspakt, der vor kurzem unterzeichnet wurde.

Er machte deutlich, dass dieser Pakt durchaus  völkerrechtlich verbindlichen Charakter für die Zukunft entfalte, obwohl viele meinten, dass er nur Absichtserklärungen enthalte. Insgesamt, so Münch, bleibe „der Verdacht, dass dieser Pakt das Ziel hat, Einwanderung und Bleiberecht von Migranten als neues Menschenrecht zu schaffen“.   

Münch tritt ein für eine europäische Wertegemeinschaft, die sich zu ihren christlichen Wurzeln bekennt und nicht „nur noch auf Wachstum und eine Transferunion“ setze. Er fordert eine „Gemeinschaft von Staaten, die auf ihre Identität, ihre Seele… Wert legt und die die Achtung der Würde des Menschen über alles stellt“.

Die Kommersteilnehmer spendeten für die CV Afrika Hilfe und in diesem Jahr für das Bonifatiuswerk insgesamt  3000 €, das beiden Organisationen jeweils hälftig zur Verfügung gestellt wird.