Hilfe bei der Entscheidung für das Leben

Cartellverband fordert verstärkte Hilfsangebote für suizidgefährdete Menschen und die Fortgeltung der Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung.

 

„Vor dem Hintergrund des christliche Menschenbildes ist und bleibt eine gesetzliche Regelung zum assistierten Suizid problematisch. Da das Bundesverfassungsgericht allerdings diese Option mit seiner Entscheidung eröffnet hat, muss es jetzt gelten, bei aller zuerkannten Entscheidungsfreiheit sicher zu stellen, dass der Suizidwillige seinen Entschluss freiverantwortlich und in Kenntnis möglicher Auswege aus seiner aktuellen Problem- und Krisensituation heraus treffen kann. Gesprächs- und Hilfsangebote im Bereich der Seelsorge, der Caritas oder anderer nichtkirchlicher Träger können eine Grundlage für eine selbstbestimmte Entscheidung für das Leben und gegen den Suizid sein. Diese Angebote gilt es auszubauen", erklärt der Vorsitzende des CV-Rats des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen, Dr. Claus-Michael Lommer, im Anschluss an die Debatte in Deutschen Bundestag.

Einer Normalisierung der Suizidassistenz dürfe durch die gesetzliche Regelung keinesfalls Vorschub geleistet werden. „Insoweit begrüßen wir den Gesetzentwurf der Abgeordnetengruppe um Lars Castellucci (SPD), Kirsten Kappert-Gonther (Grüne), Ansgar Heveling (CDU). Ihnen geht es nicht nur um die Begleitung suizidgefährdeter Menschen in geeigneten Informations-, Beratungs-, und Koordinationsstellen, sondern auch um fachärztliche Begutachtung“, ergänzt Lommer.  Ein zentrales Anliegen, das der Cartellverband unterstütze und das den Antrag von den anderen unterscheide, sei die Fortgeltung der Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ und die Einführung eines Werbeverbots für die Hilfe zur Selbsttötung.  Die anderen Gesetzentwürfe betonten sehr stark das „Grundrecht auf Selbsttötung“, ohne sich hinreichend auf die vielen Graubereiche einzulassen, die eine intensive Beratung erforderten, um Suizide nicht zu fördern, sondern zu verhindern.