Katholische Studentenverbände fordern Hochschulen als freie Orte des Diskurses

Auf die Rolle und die vielfältigen Angebote von Studentenverbindungen macht die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV) zu Beginn des Sommersemesters 2021 in ihrem aktuellen Hochschulpapier aufmerksam. Gleichzeitig kritisiert die AGV, dass Studentenverbindungen an zahlreichen Hochschulorten der Status als Hochschulgruppe verwehrt werde und sie somit an den Universitäten weder über sich informieren, noch Mitglieder werben oder Räumlichkeiten anmieten könnten. Auch komme es im täglichen Diskurs oft zu Diffamierungen, Diskriminierungen bis hin zu tätlichen Angriffen auf Verbindungsstudenten.

Mit großer Besorgnis beobachten die katholischen Korporationsverbände auch die sich stetig verschlechternde Diskussionskultur an den Universitäten. Diese Sorge teilen einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach nach auch viele Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer. Sie empfinden, wie die AGV, das Meinungsklima insbesondere in politischen, religiösen und Genderfragen als zunehmend intolerant, eine Entwicklung, die neben den Studentenverbindungen in letzter Zeit auch erste katholische Hochschulgemeinden erleben müssen.

Die Mitgliedsverbände der AGV, wie zum Beispiel der Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV), sind nicht parteipolitisch gebunden, fördern aber das Engagement ihrer Mitglieder in Politik, Gesellschaft, Kirche oder Hochschule. Sie lehnen dabei jegliche verfassungsfeindliche Gesinnung sowie politischen und fundamentalistischen Extremismus ab.

In ihrem Hochschulpapier erhebt die AGV folgende Forderungen:

     Katholische Korporationen müssen als aktiver Bestandteil unserer Hochschullandschaft wertgeschätzt werden;

     Katholische Korporationen sollten sich auch weiterhin in hochschulpolitischen Angelegenheiten engagieren;

     Hochschulen müssen weiterhin als freie Orte des Diskurses gelten

     Die Partizipation in konfessionellen Hochschulgemeinden kann eine sehr gewinnbringende Zusammenarbeit sein für beide Seiten;

     Die Vorstellung von Hochschulgemeinden sollte weiterhin in der Erstsemesterveranstaltung ermöglicht werden.

Das ganze Papier lässt sich hier nachlesen:

https://www.agvnet.de/agv-hochschulpapier/.