Katholische Studentenverbände kritisieren Sterbehilfe-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

BONN - Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV), der auch der CV angehört, kritisiert die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Dazu der Vorsitzende Felix Drossard: „Mit der heutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wurde ein Prozess zur rechtlichen Neugestaltung der Sterbehilfe und Sterbebegleitung in Deutschland eröffnet. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass wir nicht nur eine juristisch saubere Lösung bekommen, sondern auch eine Lösung, die im vollen Umfang dem christlichen Menschenbild entspricht. Dazu zählt vor allem, dass dem schwerkranken Menschen in keiner Situation das Recht auf Leben abgesprochen werden darf. Vielmehr muss er in seinem Lebenswillen unterstützt und auf seinem letzten Weg fürsorglich begleitet werden.“

Bereits 2017 hat sich die Arbeitsgemeinschaft mit einem Papier umfangreich zur organisierten Suizidbeihilfe positioniert. Sie kam dabei zu einem sehr klaren Standpunkt: Nach Ansicht der AGV steht die suizidale Beihilfe dem christlichen Menschenbild entgegen. Das Leben ist für Christen etwas Unwillkürliches und zugleich Heiliges, welches nicht durch geschäftsmäßige Praktiken beendet werden darf.

Daher fordert der Vorsitzende der AGV Felix Drossard weiter: „Die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid widerspricht unserem Verständnis des christlichen Menschenbilds und unserem Glauben. Jetzt gilt es eine verfassungskonforme Lösung zu finden, die möglichst vielen Standpunkten gerecht wird. Daher fordern wir die politischen Parteien auf, einen adäquaten Weg zur Neuregelung zu finden. Dabei muss sichergestellt sein, dass der einzelne Abgeordnete bei diesem sehr persönlichen und schwierigen Thema frei entscheiden kann.“