Kein Heldenstück

Cartellverband unterstreicht erneut seine ablehnende Haltung gegen die Cannabis-Legalisierung.

„Das war kein Heldenstück“, so kommentiert der Vorsitzende im CV-Rat des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen, Dr. Claus-Michael Lommer (R-Bl) die Entscheidung des Bundeskabinetts das Gesetz zur Legalisierung von Cannabis, „wider besseres Wissen“, auf den parlamentarischen Weg zu bringen.

Die Spitze des Cartellverbandes habe bereits wiederholt auf die verheerenden Folgen einer Legalisierung der Abgabe von Cannabis hingewiesen. „Wir kritisieren heute erneut die Cannabispläne der Bundesregierung, weil sie die Stimmen der Fachverbände weiter missachtet“, stellt Lommer fest. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde verweise darauf, dass die Hirnreifung erst mit etwa Mitte 20 abgeschlossen sei und früherer Cannabis-Konsum beispielsweise das Risiko für Psychosen erhöhen könne. Aus psychiatrischer und neurobiologischer Sicht solle die Altersgrenze daher nicht unter 21 Jahren liegen.

Das Gesetz des Bundesgesundheitsministers Prof. Dr. med. Lauterbach sieht eine Freigabe ab 18 Jahren vor. Dort würden, so Lommer, vollkommen praxisfern der Jugendschutz und der Verbraucherschutz als positive Effekte erwähnt. Verbände der Kinder- und Jugendmedizin lehnen den Gesetzesentwurf jedoch entschieden ab. Aus ihrer Sicht führen die Legalisierungspläne „zu einer Gefährdung der psychischen Gesundheit und der Entwicklungschancen junger Menschen in Deutschland“. Auch die Bundesärztekammer wendet sich ähnlich argumentierend gegen die Legalisierung.

Studien aus den Vereinigten Staaten und Kanada belegen umfassend, dass der Drogenkonsum durch die Legalisierung nicht eingedämmt wurde.
Nachdem das Bundeskabinett den Voten der Fachgesellschaften, deren Mitglieder in ihren psychiatrischen Notfallaufnahmen und Praxen die jungen Menschen mit ihren schweren Schäden tagtäglich sehen, nicht gefolgt ist, äußert der der Vorsitzende im CV-Rat die Hoffnung, dass eine fachlich geführte Diskussion im Deutschen Bundestag vielleicht noch das Schlimmste verhindern könne.