Novesia gedenkt ihrer Mitglieder im Widerstand

Die Bonner Studentenverbindung Novesia im CV richtet am 5. Mai auf dem Friedhof Melaten und im Maternushaus eine Gedenkveranstaltung für drei ihrer Mitglieder aus, die dem Nationalsozialismus mutig entgegengetreten sind. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr mit einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof Melaten aus Anlass des 75. Todestages des Pfarrers Fritz Keller, der im KZ Dachau inhaftiert war und als Versuchsobjekt für Malariainfektionen missbraucht wurde. Nach dem Verlassen des Konzentrationslagers wurde er erneut in Schutzhaft genommen und verstarb im Aachener Gefängnis.
Im Anschluss findet ein Vortrag im Maternushaus zum Thema „Prälat Otto Müller und der Widerstand katholischer Arbeiter“ statt, der vom ehemaligen Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Jürgen Aretz, gehalten wird. Prälat Dr. Müller betätigte sich seit dem Ende der 1920er Jahre im Widerstand und wurde nach dem Stauffenberg-Attentat von der Gestapo verhaftet und verstarb im Staatskrankenhaus der Polizei in Berlin.
Die Priester Keller und Müller wurden in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts als „Blutzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus“ aufgenommen. Sie gelten nach kirchenamtlicher Definition somit als Märtyrer.
Auch des ehemaligen Direktors des Collegium Aloysianum in Opladen, Dr. Peter Neuenheuser, wird gedacht werden. Neuenheuser wurde durch die Nationalsozialisten in Schutzhaft genommen und als Direktor und Schulleiter abgesetzt.
Die Veranstaltung, zu der mehr als 100 Teilnehmer erwartet werden, unter anderem Schüler der Erzbischöflichen Liebfrauenschule sowie Vertreter der Katholischen Arbeiterbewegung und des Kolpingverbandes, schließt mit einem Gottesdienst in der Kapelle des Maternushauses.